Was wäre wenn,...
In den letzten Wochen ertappe ich mich wieder häufiger dabei, dass meine Gedanken abschweifen in eine Was wäre wenn….-Welt. Obwohl ich weiß, dass diese Gedankenspiralen nichts bringen, lasse ich mich ab und zu darauf ein, um mich selbst besser zu verstehen. Um zu verstehen, welchen Einfluss Gedanken auf das eigene Leben haben.
Was wäre wenn, meine Mama nicht vor 3,5 Jahren gestorben wäre. Sie hätte heuer am 7. Juli ihren letzten Arbeitstag gehabt. Mit September hätte sie ihre Pension antreten können. Ich hätte mich in einem „Rundum-Sorglos-Paket“ wiedergefunden. Ich hätte meine Mama an meiner Seite gehabt, für Gespräche, Unternehmungen und auch in der Kinderbetreuung hätte sie mich unterstützt. Sie wäre eine sehr tolle Oma gewesen, die sich viel Zeit genommen hätte. Sie hätte sich so sehr über die zwei weiteren Enkerl gefreut, die sie leider nicht mehr kennen lernen durfte und bestimmt auch über alle, die noch kommen werden. Ich hätte nicht unzählige Stunden am Friedhof verbracht – weinend, lachend, Selbstgespräche führend. Ich hätte mir keine Gedanken machen müssen, wie ich zeitlich Arbeit, Haushalt, Kinder und Partnerschaft unter einen Hut bekomme. Ich hätte mir keine Gedanken über Ferienbetreuungen oder Stundenpläne meiner Kinder machen müssen…
Und jetzt anders gedacht:
Was wäre wenn, meine Mama nicht vor 3,5 Jahren gestorben wäre. Ich hätte viele schmerzhafte Erfahrungen die ich in den letzten Jahren gemacht habe, nicht gemacht. Ich hätte hinter vielen Fassaden, nicht das wahre Gesicht erkennen dürfen. Ich hätte mich nicht intensiv mit dem Thema Gesundheit und Krankheit auseinander gesetzt. Ich hätte wahrscheinlich weder die Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin noch die Astrologie Ausbildung gemacht. Ich hätte vieles, das heute Sinn ergibt, gar nicht hinterfragt. Ich hätte viele Menschen, die mir heute wichtig sind, wahrscheinlich gar nicht getroffen. Und ich hätte nicht gelernt, dass auch ein Auto das keinen Stern trägt, von A nach B fährt *lach*
Es wäre ein anders Leben.
Heute weiß ich,
dass das Leben immer für uns ist. Egal, wie schmerzhaft die Erfahrung ist, es kommt darauf an, was wir daraus machen.
Das eigene Leben steht, ihm wahrsten Sinne des Wortes, in den Sternen und wir haben trotzdem die Wahl. An dieser Stelle war es wichtig für mich zu erkennen, dass jeder Mensch seine eigenen Entscheidungen trifft – der freie Wille sozusagen.
Heute am 17. August vor 60 Jahren wurde meine Mama geboren. Vor 60 Jahren hat noch niemand gewusst, wie das Leben so spielen wird. Welche Wege sie gehen wird und welche nicht. Welche Erfahrungen sie macht und welche nicht. Ob sie Kinder bekommt oder nicht. Wo sie zuhause ist und wo nicht. Ob sie alt wird oder eben nicht.
In diesem Sinne feiern wir heute 60 Jahre Helga Kraihamer geb. Feichtner denn in unseren Herzen hat sie einen festen Platz und in unseren Kindern lebt sie weiter – Generation für Generation.
Mama, du hast etwas Wundervolles hinterlassen: LEBEN!
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